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Stufe 5

/guideline/asthma/17988/Die Behandlung in der Stufe 5 sollte in der Regel gemeinsam mit einem Spezialisten für Asthma bronchiale festgelegt werden. Vor der Spezialbehandlung sollten immunologische Spezialuntersuchungen ("Phänotypisierung") durchgeführt werden. Hierzu sollte Ihr Arzt Sie ggf. überweisen.

In der Stufe 5 kommen neben nicht-medikamentösen Allgemeinmaßnahmen immer die folgenden Medikamente zum Einsatz:

  • Ein kortisonhaltiges Medikament zum Einatmen in  hoher Dosierung, z.B. Budesonid Dosieraerosol 0,2 mg 2 x täglich 3-4 Sprühstöße. Dieses Medikament soll Ihre Bronchien dauerhaft stabilisieren und allergische oder entzündliche Prozesse zur Abheilung bringen.
  • Ein langwirksames bronchienerweiterndes Medikament zum Einatmen, z.B. Formoterol 12-24 µg/Dosis 2 x tgl., maximal 48µg/Tag, ergänzt durch Salbutamol-Spray (0,1 mg pro Sprühstoß) bei Bedarf, maximal 10 Sprühstösse pro Tag.

Budesonid und Formoterol stehen als Kombinationspräparat zur Verfügung.

  • Alternativ zur Kombination aus kortisonhaltigem Medikament und langwirksamem bronchienerweiternden Medikament kann auch eine Kombination einer höheren Dosis des kortisonhaltigen Medikaments (z.B. Budesonid Dosieraerosol 0,2 mg,  2 x tgl. 3-4 Sprühstöße) mit einem so genannten Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (z.B. Montelukast 10 mg, 1 Tbl. am Abend) erfolgen, in Ausnahmefällen auch eine Kombination mit Theophyllin mit verzögerter Freisetzung (Retardtablette).

Zusätzlich kommen in der Stufe 5 folgende Medikamente zum Einsatz:

  • Tiotropiumbromid über einen Pulverinhalator (5-10 µg) 1 x tgl.

  • Azithromycin (ein Antibiotikum) 250 mg 3 x pro Woche. Hier müssen wichtige Gegenanzeigen und mögliche unerwünschte Wirkungen beachtet werden, die Sie mir Ihrer Ärzt*in besprechen sollten.

  • Kortisonhaltige Tabletten: Beginn mit Prednisolon 7,5 mg tgl., stufenweise Verminderung der Dosis bis zur geringstmöglichen Dosis, bei der Sie noch weitgehend beschwerdefrei sind.

  • Wenn Ihr Asthma allergisch bedingt ist und Sie einen hohen IgE im Blut haben (Blutuntersuchung erforderlich!), kann eine Behandlung mit Omalizumab versucht werden. Diese Therapie wird nur beim Spezialisten durchgeführt!

  • Wenn bei Ihnen im Blut eine sogenannte "Eosinophilie" feststellbar ist und Sie somit an einem "Eosinophilen Asthma" leiden, kann eine Behandlung mit Mepolizumab versucht werden. Diese Behandlung wird ebenfalls nur beim Spezialisten durchgeführt.

  • Wenn das Asthma durch eine Typ 2 Entzündung bedingt ist (das kann durch eine spezielle Untersuchung beim Spezialisten festgestellt werden), kann das Medikament Dupilumab verordnet werden.

  • Wenn das Asthma mit allen genannten Maßnahmen nicht in den Griff zu bekommen ist, kann eine sogenannte "Bronchiale Thermoplastie" durchgeführt werden. Diese Maßnahme wird nur in Spezialkliniken und in der Regel im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen durchgeführt. Die Erkenntnisse über Nutzen und Risiken dieser Maßnahme sind noch begrenzt.

Sollten Sie über 3 Monate unter einer Therapie der Stufe 5 keine Beschwerden mehr haben, kann eine Rückstufung in Stufe 4 versucht werden ⇒ Stufe 4

Sollten sich Ihre Beschwerden unter der Therapie der Stufe 5 nicht oder nur geringfüig verbessern, sollten Sie sich in eine Spezialklinik für Asthma einweisen lassen.

Univ.-Prof. Dr. med. Andreas Sönnichsen

Andreas Sönnichsen

Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien

Univ.-Prof. Dr. med.

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