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Initialtherapie in der Praxis oder Zuhause

Sollten Sie an einem leichten bis mittelschweren Asthma-Anfall leiden, sind folgende Maßnahmen angezeigt:

  • Nehmen Sie eine atemerleichternde Körperposition ein, das heißt aufrecht sitzen mit der Möglichkeit, sich mit den Armen abzustützen.
  • Nehmen Sie sofort 1 bis 2 Sprühstöße Ihres Kombinationsspray (Budesonid/Formoterol). Sie dürfen im Fall eines Asthmaanfalls bis zu 72 µg Formoterol/Tag einnehmen (6 Sprühstöße).
  • Nur, wenn so keine ausreichende Besserung erzielt werden kann, können Sie 2-4 Sprühstöße eines kurzwirksamen bronchienerweiterten Dosieraerosols einnehmen, z.B. Salbutamol Dosieraerosol inhalativ (0,1 mg/Sprühstoss) - Maximal 10-12 Sprühstöße pro Tag!, ggf. nach 15-30 min. wiederholen; Vorsicht: Bei hoher Dosierung muss auf etwaige Nebenwirkungen geachtet werden wie z.B. Herzrasen oder Herzstolpern.

Wenn diese Maßnahmen nicht sofort helfen,

  • sollten Sie eine Ärzt*in oder Notaufnahme aufsuchen
  • sollten Sie über eine Nasensonde oder mittels einer Maske Sauerstoff erhalten (2-6 l/min). Ihre Sauerstoffsättigung sollte einen Wert von 94-98% erreichen. Diese kann Ihre Ärzt*in mit einem Pulsoxymeter messen.
  • sollten Sie Kortison in Tablettenform einnehmen, z.B. 50 mg Prednisolon, oder alternativ über die Vene als Spritze (in Studien zeigte sich kein Vorteil für eine der beiden Methoden). Das Medikament sollte möglichst frühzeitig gegeben und dann mit einer Dosis von 50 mg/Tag weitergegeben werden. Die Einnahme erfolgt über fünf Tage oder solange die akuten Asthmabeschwerden andauern. Das Medikament Kann nach einem Einnahmezeitraum von nur einigen Tagen abrupt abgesetzt werden, wenn die Beschwerden überwunden sind.

Zur Vorbeugung weiterer Anfälle sollten Sie

  • Selbsthilfetechniken zur Atemerleichterung erlernen: Arme aufstützen, dosierte Lippenbremse anwenden (d.h. die Lippen beim Ausatmen schließen und gegen die (fast) verschlossenen Lippen pusten.
  • Es sollten ausdrücklich keine Antibiotika gegeben werden! Die Einnahme von Antibiotika sollte nur erfolgen, wenn ein Infekt mit wahrscheinlicher bakterieller Ursache zugrunde liegt. Dann erfolgt die Gabe von z.B. Amoxicillin 3 mal 750 mg als Tablette, bei Penicillinunverträglichkeit z.B. Clarythromycin oder ein ähnliches Medikament.

Sollten sich Ihre Beschwerden durch die Anwednung der o.g. Maßnahmen nicht verbessern, sollte Ihr Arzt Sie unverzüglich in eine Klinik einweisen. 

Wenn sich Ihr Zustand bessert, zeigt sich dies u.a. an folgenden Merkmalen:

  • Ihre Atemfrequenz (15-20/min) und Ihre Herzfrequenz (60-100/min) normalisieren sich.
  • Ihr Peak Flow liegt bei über 70 % des Soll- oder Bestwertes.
  • Ihre Sauerstoffsättigung liegt bei über 94% unter Raumluft (Pulsoxymeter, siehe oben!)

Nicht eingesetzt werden sollten im Anfall:

  • Medikamente zur Beruhigung oder angstlösende Medikamente. Es besteht das Risiko einer Unterdrückung der Atmung (Sie atmen immer langsamer, was zu Sauerstoffmangel und einem Anstieg der Kohlendioxidkonzentration führt). Des Weiteren verbessern diese Medikamente das subjektive Atemnotgefühl, obgleich sich die Atmung nicht wirklich verbessert.
  • Die Gabe großer Flüssigkeitsmengen über eine Infusion. Das Herz wird dadurch zusätzlich belastet.
  • Antibiotika (in der Regel haben infektionsbedingte Asthma-Anfälle eine virale Ursache, so dass Antibiotika nichts nützen)
  • Schleimlösende Medikamente (Mukolytika). Sie könnten den Husten noch verschlimmern.
  • Vernebeltes oder in die Vene gespritzes Magnesiumsulfat 
  • Theophyllin über die Vene nur in begründeten Ausnahmen
  • Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (Montelukast) 
  • Heliox (Mischung aus Helium und Sauerstoff)
Univ.-Prof. Dr. med. Andreas Sönnichsen

Andreas Sönnichsen

Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien

Univ.-Prof. Dr. med.

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